Rezension – Der wunde Himmel von Jeannette Oertel

Nach einer ganzen Menge an Sachbüchern, die zwar Informativ aber gerne etwas zäh sind und Kinderbüchern, die zwar meistens lustig, aber doch weniger gehaltvoll sind, war nun endlich mal wieder Zeit für etwas Fiktion. Der wunde Himmel versprach aus den Themen Politik, Erotik und Krimi. Ich war gespannt.

KLAPPENTEXT

Eine Amour Fou zwischen der Assistentin des Botschafters der fiktiven Arabischen Republik Elydien und einem Diplomaten. Die Handlung spielt in naher Zukunft in Berlin, in Zeiten aufgeheizter Aufruhrstimmung. Die Leidenschaft der beiden wird zur Obsession. Zugleich passieren immer mehr mysteriöse Dinge in der Botschaft, die die Protagonistin auch bis in ihre Kindheit in der DDR zurückführen. Die Liebe schwankt zwischen totaler Hingabe und Verrat in einer zerfallenden politischen Umgebung, in die verschiedene Geheimdienste und die Hand der ehemaligen Stasi immer stärker mit hineinspielen.

MEINE MEINUNG

Nachdem ich mich durch The Shallows gekämpft hatte, war der Wunde Himmel Wellness. Ich hatte das Buch innerhalb von vier Tagen ausgelesen und fand es gut. Der Leser ist relativ schnell Teil der Geschichte, die in eine dystopische, nahe Zukunft gesetzt ist. Viele Szenen, wie zum Beispiel die Beschreibung der Sicherheitstrupps oder das Einschüchtern von Künstlern bei Aufführungen erinnern an die weimarer Zeit. Viele politische und gesellschaftliche Gegebenheiten tragen jedoch eher der Zeitgeschichte Rechnung. Diese Mischung macht die Grundstimmung im Buch relativ düster und lassen den Rahmen bedrohlich wirken.
Die Charaktere haben ihre Ecken und Kanten aber man kann sich trotzdem ganz gut in sie hineinversetzen.
So bleibt mir insbesondere eine Szene in Erinnerung in der die Protagonistin eine Phase der Angst erlebt, in die sich ein erhöhter Alkoholkonsum mischt. Ihre Angst steigert sich ins Wahnhafte und wird durch die alkoholbedingten Gedächtnislücken noch gesteigert. Als Leser wird man in diesen Strudel hineingerissen und irgendwann hat man selbst das Gefühl, dass einem der Überblick entschwindet. Eine tolle Szene.
Und trotz mancher intensiver Szenen, so wie der oben genannten, bleibt bei der Lektüre doch immer wieder etwas Platz zum atmen, denn die Geschichte entwickelt sich nicht immer gleichmäßig. Das sorgt für eine sehr entspannte Lektüre.

DETAILS ZUM BUCH

Autor: Jeannette Ortel
Verlag: konkursbuch
Erscheinungsjahr: 2020
ISBN: 978-3887694753
Preis: 14 €
Seiten: 510

Anmerkung: Dieses Exemplar wurde mir zur Rezension zur Verfügung gestellt. Natürlich bemühe ich mich, meine Meinung objektiv wiederzugeben.

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