Rezension – Congo 1905 Le Rapport Brazza – Le premier secret d’État de la „Françafrique“

Nachdem ich mit L’Anniversaire de Kim Jong-il einen zeithistorischen Comic gelesen hatte, ging es mit Le Rapport Brazza etwas weiter zurück in eine Zeit, die man zweifelsfrei noch zu den Ausläufern des 19. Jahrhunderts zählen kann. Eine Zeit, die für die Kolonien Europas durch Ausbeutung und Mord geprägt waren. Den Comic habe ich zum Geburtstag geschenkt bekommen.

KLAPPENTEXT

Au XXe siècle naissant, l’Afrique est un enjeu majeur pour les puissances européennes et les grandes entreprises privées. Alors que le bassin du Congo devient le théâtre de tensions internationales croissantes, la presse se fait l’écho de crimes commis envers les populations locales.
Quelque part au nord de Bangui (actuelle Centrafrique), deux administrateurs coloniaux français assassinent un homme dans un raffinement de cruauté. Révélée par la presse le 15 février 1905, ce qui devient rapidement „l’affaire Gaud et Toqué“ est un véritable choc pour l’opinion. Pour le gouvernement, l’urgence est d’en démontrer le caractère isolé. Sous la pression parlementaire, une mission d’enquête est envoyée au Congo sous la direction d’un explorateur à la réputation d’honnêteté et d’humaniste incontestée : Pierre Savorgnan de Brazza.
Pendant les quatre mois passés au Congo, Brazza et ses enquêteurs, malgré l’obstruction zélée de l’administration française, vont arpenter des centaines de kilomètres, interroger de nombreux témoins, multiplier les découvertes macabres…

MEINE MEINUNG

Wenn man an den Kongo zur Zeit der Kolonialherrschaft denkt, dann kommt einem zunächst einmal der belgische Teil des Kongos mit den Gräueltaten und dem Völkermord an der dort lebenden Bevölkerung in den Sinn. Doch hier geht es um den Teil des Kongo, der durch die Franzosen beansprucht wurde. Auch im französischen Teil des Kongos wurde Kautschuk abgebaut und weiterverarbeitet. Die einheimische Bevölkerung wurde teilweise mit brutalsten Mitteln zur Arbeit gezwungen, während Obrigkeiten trotz besseren Wissens die Augen vor den Zuständen verschlossen oder diese aktiv förderten.
Es ist nicht leicht, so etwas zeichnerisch festzuhalten und auf eine Graphic Novel-Form zu kondensieren. Das gelingt Bailly und Thil dennoch gut. Man merkt bei der Lektüre, dass die Autoren sich auf reichlich Quellmaterial beziehen. Einige der Szenen sind sogar nachweislich so passiert. Die Grundstimmung im Buch ist relativ kalt gehalten und die Unterhaltungen sind meist sachlich. Wenn man es sich recht überlegt, ist diese Grundstimmung ein schöner Kontrast zu der europäischen Sicht auf die Kolonien: Unzivilisiert, impulsiv, heißblütig.
Die Zeichnungen lassen mich etwas ratlos zurück. Trotz einiger Zeichnungen, die stark und aufwühlend sind, nahmen sie mich in der Summe aber irgendwie nicht so mit.
Ich habe das Buch trotzdem gerne gelesen.

DETAILS ZUM BUCH

Autoren: Vincent Bailly, Tristan Thil
ISBN: 978-2754816649
Seiten: 144
Preis: 20€
Erscheinungsjahr: 2018
Verlag: Futuropolis

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