Rezension – Dietrich Bonhoeffer von Ferdinand Schlingensiepen

Nach meinem Besuch in der KZ Gedenkstätte Flossenbürg, schenkte mir ein Freund diese Biografie von Dietrich Bonhoeffer zum Geburtstag. Somit war es an der Zeit, über den wohl bekanntesten Insassen zu lesen, der dort gefangen gehalten war.

KLAPPENTEXT

Die Gedichte, Aufzeichnungen und Briefe Dietrich Bonhoeffers faszinieren bis heute viele Menschen. Anschaulich und auf der Grundlage zahlreicher neuer Quellen schildert Ferdinand Schlingensiepen den ungewöhnlichen und mutigen Lebensweg des Pfarrers, Theologen und Widerstandskämpfers. Er lässt dessen Erfahrungs- und Gedankenwelt lebendig werden und macht deutlich, warum Bonhoeffer von Beginn an gegen das NS-Regime eingestellt war und die schwerwiegende Entscheidung zum aktiven Widerstand getroffen hat.

BUCHVORSTELLUNG

Mit seinem Buch zeigt der Autor, Ferdinand Schlingensiepen, dass das Leben von Dietrich Bonhoeffer wirklich gut dokumentiert ist und macht es damit zu einem Schatz für jeden geschichtsinteressierten Leser. Das Buch zeigt in besonderer Weise, welchen Keil die Nazis mit ihrem Totalitarismus in die protestantische Christenheit zu treiben versucht haben und welche Anstrengungen Bonhoeffer unternommen hat, diesem Bestreben entgegenzutreten. Ein Vorgang, den ich bis zur Lektüre des Buches noch nicht kannte.

Das Buch liest sich an den meisten Stellen wirklich flüssig, an manchen Stellen jedoch etwas holprig. Das liegt daran, dass der Autor mit sehr viel Primärliteratur, also zum Beispiel Korrespondenz von und an Bonhoeffer arbeitet und diese dann kommentiert. Das zeugt natürlich von der exzellenten Recherchearbeit des Autors, doch dadurch lesen sich manche Stellen wie eine Literaturbesprechung in einer akademischen Arbeit.

Trotzdem: Es ist nicht einfach, Bonhoeffer mit seinen Aktivitäten im Widerstand, seiner kulturellen Hinterlassenschaft und seinem Beitrag zur Theologie auf 432 Seiten zusammenzufassen und ihm dabei auch noch gerecht zu werden. Ich finde daher, dass der Autor sich absolut nicht verstecken muss.

Mehr noch: Schlingensiepen vollbringt es auf authentische Weise, dem Leser einen Menschen zu porträtieren, der feste Werte hatte und für diese eintrat. Er lässt einen Menschen lebendig werden, der die letzten Jahre seines Lebens an den gottverlassensten Orten gelebt hat und trotzdem der Nachwelt „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ hinterließ.

ÜBER DEN AUTOR

Ferdinand Schlingensiepen, geboren 1929, ist evangelischer Pfarrer, Theologe und Mitbegründer der Dietrich-Bonhoeffer-Gesellschaft. Er verbrachte entscheidende Jahre seiner Kindheit in einem illegalen Seminar der Bekennenden Kirche, das sein Vater bis zu seiner Verhaftung leitete. Er hat Eberhard Bethge,den engsten Freund Bonhoeffers, gut gekannt sowie Freya von Moltke, die Frau des Widerstandskämpfers Helmuth James von Moltke, und Harald Poelchau, der während der NS-Zeit verfolgten Juden half und als Gefängnispfarrer in Berlin viele Widerständler bis zuletzt begleitete, noch persönlich kennengelernt. Durch familiäre Beziehungen hat Schlingensiepen auch sehr persönliche Kenntnis über den Diplomaten und Widerstandskämpfer Adam von Trott zu Solz. – Quelle: dtv.de

Details zum Buch

Autor: Ferdinand Schlingensiepen
ISBN: 978-3-423-34609-2
Preis: 14,90€
Seiten: 432
Verlag: dtv
Erscheinungsjahr: 2017

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