Rezension – Ein ganzes Leben von Robert Seethaler

Vielleicht geht es dem/der ein*en oder anderen ja auch so: Manchmal hat man einfach keine Lust auf einen dicken Wälzer, dessen Seitenanzahl einen auf den ersten Blick schier erschlägt. Auf der Suche nach einer kurzen, unterhaltsamen Lektüre stieß ich daher in unserem Bücherregal auf „Ein ganzes Leben“ von Robert Seethaler. Da letzterer vor kurzem sein neuestes Werk „Der letzte Satz“ veröffentlicht hat, zu welchem zahlreiche nicht immer positive Rezensionen (u.a. des NDR, des Spiegels, der ZEIT etc.) erschienen sind, ist der Blick auf den Vorvorgänger „Ein ganzes Leben“ vielleicht in diesem Zusammenhang interessant. Frei nach dem Motto „Kurzes Buch – Kurze Rezension“ sollen in diesem Artikel lediglich zwei Absätze beschreiben, warum die 185 spärlich bedruckten Seiten dieses Romans in meinen Augen absolut lesenswert sind.

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Rezension – Wolfsblut von Jack London

Ein Zufallsfund

Auf „Wolfsblut“ stieß ich eher zufällig, da es auf unserem neu erworbenen E-Book-Reader als Gratisbuch enthalten war. Über die Frage, ob das Lesen mit einem solchen Gerät noch dem Lesen eines Buches im eigentlichen Sinne entspricht, lässt sich gewiss streiten, aber dies soll nicht Ziel des Beitrags sein. Vielmehr möchte ich in den folgenden Zeilen beschreiben, warum „Wolfsblut“ trotz seines hohen Alters durchaus lesenswert ist und es eigentlich nicht verdient, als Gratisprobe gewissermaßen verramscht zu werden.

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Rezension – Tuesdays with Morrie von Mitch Albom

Über die Wirkung von Zitaten

“Tuesdays with Morrie ist eines der schönsten und tiefgreifendsten Bücher, welches ich je gelesen habe!“

Virginia S. Humphrey

„ Das Buch ist ein wahrer Schatz, den jeder einmal gelesen haben sollte.“

David L. Klingensmith

So lauten frei übersetzt zwei der 31 (!) Zitate, die „Tuesdays with Morrie“ vorangestellt sind. Positive Zitate aus Rezensionen als Kaufanreiz auf Buchrücken oder auf die ersten Seiten eines Buches zu drucken,  ist bekanntlich eine sehr beliebte Methode und findet sich bei gefühlt jedem dritten Buch wieder. Natürlich weiß man eigentlich um die begrenzte Aussagekraft solcher Wertungen, denn welcher Verleger würde ein negatives Zitat abdrucken? Eine solch extreme Form des Selbstlobes habe ich jedoch bisher noch nicht gesehen. Einerseits ließen mich die drei Seiten voll mit Aussagen von Personen, deren Leben dieses Buch angeblich komplett geändert hat, natürlich auch denken, dass das Buch ja dann irgendetwas an sich haben muss. Andererseits waren meine Erwartungen an den Inhalt  nun umso größer, was bekanntlich auch nicht immer gut ist.

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Rezension – Anderland von Ingo Zamperoni

Über die Bedeutung von Buchtiteln
Wenn man in einer bekannten Suchmaschine das Wort „Anderland“ eingibt, so landet man zuerst bei einer deutschen Mysteryserie und einem norwegischen Filmdrama, bevor man das gleichnamige Buch von Ingo Zamperoni auf der Suchliste findet. So ganz neu und originell ist dieser Buchtitel also nicht, mit dem das 2018 erschienene Werk des hierzulande vor allem als Tagesthemen-Moderator bekannten Autors überschrieben ist. Vielleicht ist das aber auch gar nicht schlimm, denn Buchtitel sollen ja vor allem eine gewisse Neugierde auf das Buch wecken und sind als solches oftmals auch nur bedingt aussagekräftig. Liest man das Kunstwort „Anderland“ ohne weitere Erklärung, so würde man vielleicht spontan an eine etwas seltsame Welt denken, die mit der uns bekannten Umgebung wenig gemein hat und doch nicht komplett fremd ist. Wahrscheinlich war diese Assoziation auch die des Autors, denn laut Untertitel des Buches geht es im folgenden Text um das Amerika unter Trump, welches vielen Europäern mittlerweile wirklich etwas fremd und unverständlich erscheint.

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Rezension: Unterleuten von Juli Zeh

Als ich vor kurzem im Fernsehen die Vorschau für die Verfilmung von „Unterleuten“ sah, entschloss ich mich, dieses von der Kritik sehr positiv aufgenommene Buch von Juli Zeh einmal selbst zu lesen, um mir mein eigenes Urteil bilden zu können. „Unterleuten“ wurde im Jahr 2017 veröffentlicht und  spielt im Jahr 2010 im titelgebenden Dorf Unterleuten in Brandenburg, welches sinnbildlich für eines dieser Dörfer steht, bei denen man sich als durchfahrender Gast fragt, wer hier eigentlich wohnt. „Unterleuten“ gibt auf diese Frage zwar keine allgemeingültige Antwort, manch ein Detail könnte sich aber durchaus so oder so ähnlich auch in der Wirklichkeit wiederfinden.

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