Rezension – Oje, ich wachse!

Dieses Buch hatten wir zur Geburt unseres zweiten Kindes vor kurzem nochmal aus dem Regal geholt. Es ist DER Ratgeber für werdende Eltern und alle frischgebackenen Mamas und Papas. Die Autoren führen die Leser durch die ersten Entwicklungsstufen der kindlichen Entwicklung und erklären, warum ein Kind quengelt und schreit.

BESCHREIBUNG

Mit einer Million verkauften Exemplaren im deutschsprachigen Raum und der zugehörigen Nr.-1-App ist »Oje, ich wachse!« einer der erfolgreichsten Elternratgeber. Die renommierten Entwicklungspsychologen Dr. Hetty van de Rijt und Dr. Frans X. Plooij fanden heraus, dass jedes Baby in den ersten 14 Monaten acht große »Sprünge« in seiner geistigen Entwicklung durchlebt und dass diese aufregenden, doch oft als Krisenzeiten erlebten Wachstumsphasen immer dem gleichen Rhythmus folgen. Mit diesem Wissen haben sie einer Vielzahl von Eltern geholfen. 

Xaviera Plas-Plooij, die Tochter von Hetty van de Rijt und Frans X. Plooij, hat »Oje, ich wachse!« nun zusammen mit ihrem Vater von Grund auf überarbeitet und erweitert. Erstmals teilen die Autoren Erkenntnisse zum Eltern-Thema Nr. 1: »Wie Babys schlafen«. Außerdem enthält die Neuausgabe viel mehr interaktive Elemente wie Entdeckungslisten, Übungen und einen persönlichen Sprünge-Kalender zum Ausfüllen. So können Eltern die Welt durch die Augen ihres Babys entdecken und lernen es viel besser kennen. Für den besten Start in ein glückliches Leben! – Vom Verlag.

MEINE MEINUNG

Zunächst einmal: Das Buch erspart keinem schlaflose Nächte. Es zeigt uns Eltern aber, wofür wir die Nacht über wach bleiben und warum Babies und Kleinkinder manchmal so sind wie sie eben sind. Die Autoren wollen den Blick der Eltern für ihr Kind schärfen und Empathie für das Entwickeln, was das Kind gerade erlebt. Und tatsächlich lädt es Eltern eher zur Beobachtung ein, als dass es konkrete Handlungsanweisungen für schwierige Situationen gibt. Denn Babies entwickeln sich nicht gleichmäßig, sondern machen verschiedene Entwicklungssprünge durch. Da geht es zum Beispiel um das Sehen von Kontrasten, das Entdecken des eigenen Körpers und das Entdecken von Kausalzusammenhängen. All jene Dinge, die für uns Erwachsene völlig normal sind, stellen die Welt des Babys jedesmal auf den Kopf. Somit wird ein Baby unruhig und es beschwert sich.

Der Aufbau des Buches spiegelt die oben genannten „Sprünge“ wider: Jedes Kapitel ist einem Sprung gewidmet und wird mit Listen, Zitaten aus Interviews mit Eltern und kleinen, irgendwie lustigen Zeichnungen unterfüttert. Leider ist der Aufbau jedes Kapitels schablonenhaft, womit das Buch beim Lesen leider keine Abwechslung bietet und wirklich monoton ist. Somit ist „Oje, ich wachse!“ definitiv keine Abendlektüre. Will man das Buch richtig lesen, muss man es zu jedem Entwicklungssprung aus dem Regal holen und das entsprechende Kapitel durchgehen. Dann ist es hilfreich und es macht Spaß, am Kind eine Veränderung zu beobachten. Doch hier kommt dann wieder die Schablone ins Spiel: Man weiß, dass man sein Kind keinem Vergleich aussetzen soll und die Autoren erinnern den Leser auch daran, dass sich jedes Kind verschieden schnell entwickelt. Leider ist man doch immer schnell geneigt, diesen doch so wichtigen Rat zu vergessen. Somit besteht die Gefahr, dass man die im Buch beschriebenen Entwicklungen als Standard wahrnimmt und beginnt, Erwartungen an die Entwicklung des Kindes und – in letzter Konsequenz – an das Kind selbst zu stellen.

Trotzdem: Unser Kind war mit erschreckender Exaktheit zu den Zeiten unzufriedener, die auch so im Buch beschrieben sind. Das hat „Oje, ich wachse!“ zu einer wirklich wertvollen Lektüre gemacht.

DETAILS ZUM BUCH

Autoren: Hetty van de Rijt, Frans X. Plooij, Xaviera Plas-Plooij
ISBN: 978-3-442-17823-0
Erscheinungsdatum: 2019
Seiten 448
Verlag: Goldmann
Preis: 12€

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