Vom Lesen mit Kindern

Viele Eltern fragen sich, ob sie mit ihren Kindern lesen sollen. Die Antwort ist so verblüffend wie sinnvoll: Ja, ja und nochmals ja.

Soll ich mit meinen Kindern lesen?

Viele Eltern fragen sich, ob sie mit ihren Kindern lesen sollen. Die Antwort ist so verblüffend wie sinnvoll: Ja, ja und nochmals ja.

Wir spüren es doch eigentlich alle: Gemeinsames Lesen ist richtig. Wir sind dabei mit unseren Kindern zusammen, wir haben eine gemeinsame Beschäftigung und natürlich hoffen wir, dass diese Beschäftigung auf unsere Kinder abfärbt. Aber was sind eigentlich die Vorteile? Wie soll ich das gemeinsame Lesen in den Tagesablauf einbauen? Was und ab welchem Alter soll ich meinen Kindern vorlesen? Auf diese Themen gehe ich im folgenden Blogartikel ein.

Was ist Vorlesen überhaupt?

Häufig fassen Eltern den Begriff des Vorlesens sehr eng. Viele denken, dass es immer ein gedrucktes Buch mit viel Text sein muss, damit das Vorlesen auch als solches zählt. Die Stiftung Lesen hat hierzu verschiedene Arten des – ich nenne es an dieser Stelle – Textvortragens kategorisiert: Insgesamt gibt es fünf Kategorien von Vorlesen. Diese reichen von Vorlesen im engeren Sinne, wie das Lesen von Texten bis hin zu Aktivitäten, die zwar nichts mit Vorlesen zu tun haben, aber dennoch die Sprache anregen. Zu Letzterem gehören beispielsweise das Lesen von Schildern oder Werbung. Ins Auge fällt, dass die Stiftung Lesen das Betrachten von Wimmelbüchern ohne Text oder wenn man einem Baby ein Buch zeigt und dazu etwas erzählt noch eindeutig dem Vorlesen zuordnet. Interessant finde ich, dass das Singen von Liedern oder das Spielen von Finger- und Kniereiterspielen immernoch entfernt dem Vorlesen zugerechnet wird. Für die Stiftung Lesen ist also Vorlesen eine Art des Vortrags von Literatur, welche sich nicht ausschließlich auf das Lesen von Text bezieht.

„Wichtig: dialogischer Charakter, gemeinsame Zeit und Austausch mit dem Kind.“

Vorlesestudie 2019, Stiftung Lesen

Was sind die Vorteile vom Lesen mit Kindern?

Zum Lesen mit Kindern ist die Studienlage eindeutig wie sonst kaum zu Sozialwissenschaftlichen Themen. So wurde festgestellt, dass sich das elterliche Vorlesen positiv auf die Lese- und Schreibkompetenz auswirkt. Außerdem beeinflusst Vorlesen auch die Sprachentwicklung des Kindes und trainiert die Kreativität und Vorstellungskraft. Das sind natürlich nicht die einzigen Effekte. So können Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wurde, auch bessere akademische Leistungen vorweisen: In der Grundschule erlernen diese Kinder das Lesen schneller. Woran liegt das?

Die Stiftung Lesen nennt regelmäßiges Vorlesen ein “uneinholbares Startkapital”. Alleine schon ein Buch richtig in der Hand zu halten ist die erste Hürde, die ein Kind nehmen muss. Hinzu kommen Aspekte, wie das Konzentrieren auf eine Geschichte, Buchstaben und Wörter zu einer Geschichte zu formen und sich das vorzustellen, was gelesen wurde. Bringt ein Kind eine oder mehrere dieser Fertigkeiten von Haus aus mit, so kann es sich dann schneller auf das Wesentliche, also den Inhalt, konzentrieren. Das mühselige Entziffern von Buchstaben lässt es somit schneller hinter sich.

Es sind aber nicht nur die Kinder, die profitieren, nein es sind auch die Eltern, die etwas davon haben. Wir lernen das Lesen erneut. Dazu gehört insbesondere, dass wir uns für Literatur Zeit nehmen, dass wir eindrucksvoll vorlesen wollen und dass auch wir unsere Vorstellungskraft trainieren. Zusammengefasst hat das Lesen mit Kindern viele Vorteile. Meiner Meinung nach hat es einen unschätzbaren Wert.

Wann liest man am besten mit dem Kind?

Die Antwort liegt wahrscheinlich schon in der Überschrift. Man schnappt sich ein Buch und liest. So ganz so einfach ist es dann natürlich selten, denn die Eltern sind häufig bei der Arbeit und das Kind im Kindergarten. An dieser Stelle ist es wichtig, eine Routine zu schaffen oder das Lesen in eine bereits bestehende Routine einzufügen: Grundsätzlich wird Eltern von kleinen Kindern empfohlen, eine feste ins-Bett-geh-Routine für ihre Kinder einzuführen. Diese Routine haben wir dann ganz einfach um das Vorlesen erweitert: Löwenlampe anmachen, Zähne putzen, umziehen, lesen, schlafen. Ich finde sogar, dass unsere Tochter noch etwas ruhiger wird, seitdem das Lesen fester Bestandteil der abendlichen Routine ist.

Hierbei steht natürlich fest: Das Kind darf man zu nichts zwingen. 

Welches Buch passt zu meinem Kind?

Grundsätzlich hängt die Wahl des Buches vom Alter aber auch vom Geschmack des Kindes ab. Vorlesen kann man theoretisch schon ab der Geburt des Kindes. Richtig Spaß macht es aber erst ab ca. sechs Monaten. Das ist auch die niedrigste Altersempfehlung, die auf Kinderbüchern zu finden ist. Anfangs sind Kinderbücher mit starken Konturen wichtig. Auch Fühl- und Fingerspielbücher eignen sich gut. Zu den Bildern gibt es dann Ein- oder Zweizeiler zum Vorlesen. Im Laufe der Zeit wird der Text dann mehr. Die Stiftung Lesen hat hier eine Liste mit Büchern für Babies und Kleinkinder veröffentlicht. Ab einem Alter von zwei Jahren, hilft der Lesekompass Eltern bei der Auswahl der Literatur für ihre Kleinen. 

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